Häufig gestellte Fragen

Was ist MeineWaldKI?

„MeineWaldKI“ ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Hochschule Anhalt, das sich mit der Frage auseinandersetzt, ob mithilfe von KI-Modellen Waldparameter auf Fotos von Bürger:innen erkannt werden können. Außerdem soll untersucht werden, ob bzw. inwieweit die so gewonnenen Daten eine räumlich-zeitliche Ergänzung des traditionellen Waldmonitorings darstellen können. Dafür haben wir eine App entwickelt (und entwickeln diese fortlaufend weiter), mit der Bürger:innen bequem und angeleitet Waldfotos machen und hochladen können. Weitere Informationen über unser Forschungsprojekt gibt es auf unserer Website: www.meinewaldki.de.

Was unterscheidet MeineWaldKI von anderen Waldmonitoring-Projekten?

MeineWaldKI kombiniert Citizen Science, KI-gestützte Auswertung und Wissensvermittlung in einer App und macht so Waldmonitoring für alle zugänglich. Während klassische Monitoring-Programme üblicherweise durch Expert:innen durchgeführt werden (z. B. in der Bundeswaldinventur oder bei Satellitendatenauswertungen), kann bei MeineWaldKI jede:r einfach mit dem Smartphone Fotos machen und diese hochladen. Vor allem in stärker frequentierten Wäldern (z. B. Stadtwäldern) und entlang von Wanderwegen kann so dazu beigetragen werden, Veränderungen im Wald zu dokumentieren. Gleichzeitig lernen Nutzer:innen durch direktes Feedback und spielerische Elemente mehr über Wälder und ihre Herausforderungen. Zukünftig soll dieses Feedback KI-gestützt sein. So wird aus passivem Interesse aktives Mitwirken – für bessere Daten und mehr Bewusstsein.

Kurz gesagt: MeineWaldKI unterscheidet sich von anderen Waldmonitoring-Projekten durch die Einbeziehung von Bürger:innen und die KI-basierte Analyse von Fotos.

Was unterscheidet MeineWaldKI von anderen Apps, die Pflanzenerkennung anbieten (z. B. Flora Incognita, PlantNet, Seek)?

MeineWaldKI soll mehr als Pflanzenerkennung beinhalten. Während andere Apps einzelne Pflanzenarten bestimmen, zielt MeineWaldKI darauf ab, die Struktur der fotografierten Waldausschnitte zu erfassen. Zukünftig soll die Erkennung von Waldstrukturparametern wie Totholz, Artenzusammensetzung und Waldschichtung möglich sein. Langfristig kann MeineWaldKI so zur Dokumentation und Analyse von Veränderungen im Wald über lange Zeitverläufe beitragen.

Warum sollte ich Fotos vom Wald einreichen/am Projekt teilnehmen?

Mit MeineWaldKI leisten Sie einen wichtigen Beitrag zu Waldforschung und -monitoring. Mit jedem hochgeladenen Foto sammeln Sie wertvolle Daten über den Zustand von Waldökosystemen. Langfristig gedacht, bilden diese Bilder die Grundlage, um Veränderungen ableiten zu können. Sie tragen mit den Bildern auch zur Methodenentwicklung bei. Gleichzeitig lernen Sie selbst dazu: Die App vermittelt verständlich aufbereitetes Waldwissen. In Zukunft sollen Sie direktes KI-basiertes Feedback zu Ihren Fotos erhalten, etwa zur Artenvielfalt oder zu ökologischen Strukturen. Durch spielerische Elemente, kleine Challenges und Wissensangebote entdecken Sie den Wald aus einer neuen Perspektive. Und nicht zu vergessen, ein Aufenthalt im Wald sowie die Erkundung der Natur sind in vielerlei Hinsicht bereichernde Erfahrungen.

Kurz gesagt: Mit MeineWaldKI unterstützen Sie die Wissenschaft, erweitern Ihr Wissen und erleben den Wald bewusster.

Wie mache ich Fotos, die sich für das Projekt besonders gut eignen?

Mit unserer App kann jede:r ohne Vorwissen den Waldzustand dokumentieren. Wichtig ist, dass Ihre Fotos möglichst viele Aspekte des Waldes zeigen. Dafür nehmen Sie drei Fotos im Querformat auf:

  1. Baumkronen – schräg nach oben in die Baumwipfel
  2. Waldinneres – auf Augenhöhe in den Wald hinein
  3. Boden – schräg nach unten auf den Boden

Wichtig:

  • Fotografieren Sie in den Wald hinein – nicht auf Wege, Gewässer oder Tiere
  • Es kommt nicht darauf an, den „schönsten“ Wald zu fotografieren – jeder Waldausschnitt liefert wertvolle Informationen.

Was passiert mit den Fotos, die ich für das Projekt gemacht habe?

Zu Beginn nutzen wir Ihre über die MeineWaldKI-App aufgenommen Fotos, um unsere KI-Modelle auf die Erkennung von Waldstrukturen, wie Totholz, Bodenvegetation und Baumschichten, zu trainieren. Sobald die KI-Modelle zuverlässig arbeiten, wollen wir Ihnen KI-gestützte Auswertungen zu Ihren Fotos zurückgeben.

Wichtig: Alle Fotos werden verschlüsselt in einer internen Datenbank gespeichert und ausschließlich für die Auswertung verwendet. Sie werden nicht an externe Unternehmen weitergegeben oder veröffentlicht. Details zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Wieso sollten Bürger:innen bei der Untersuchung des Waldzustandes mitmachen?

Bereits existierende Monitoring-Programme, wie z. B. die Bundeswaldinventur oder das FFH-Monitoring, liefern wertvolle Waldzustandsdaten – allerdings meist in relativ grober räumlicher und/oder zeitlicher Auflösung. So findet die Bundeswaldinventur alle zehn Jahre in einem recht engmaschigen Raster (4 x 4 km) in ganz Deutschland statt, während sich das FFH-Monitoring auf ausgewählte Waldbestände innerhalb von bestimmten Schutzgebieten beschränkt.

Allerdings ist ein sowohl räumlich als auch zeitlich engmaschiges Monitoring für die Feststellung von Veränderungen notwendig. Wir gehen der Frage nach, inwieweit eine aktive Beteiligung von Waldbesucher:innen in Kombination mit modernen KI-Technologien zur Erfassung von Wäldern beitragen kann. Wenn viele Menschen Fotos in Wäldern machen und diese von KI-Modellen verlässlich analysiert werden können, könnte das funktionieren. Bürger:innen könnten so einen Beitrag zum Waldmonitoring leisten und gleichzeitig ihr Wissen über Wälder, deren Bedeutung und Zustand sowie ökologische Zusammenhänge erweitern.

MeineWaldKI setzt auf Künstliche Intelligenz – wieso?

KI-Modelle sind in der Lage, große Datenmengen in kurzer Zeit zu verarbeiten und dabei Zusammenhänge zu erkennen, die für Menschen schwer zu erfassen sind. So sollen die KI-Modelle des Projekts z. B. schnell mitteilen können, welche Artenzusammensetzungen auf den Fotos zu sehen sind oder welche Baumschichten im fotografierten Waldabschnitt erkennbar sind.

Kann ich das Projekt unterstützen, ohne in den Wald zu gehen?

Ja. Sie müssen nicht selbst im Wald unterwegs sein, um einen wertvollen Beitrag zu leisten. Mit MeineWaldKI soll es bald möglich sein, spielerisch selbst Strukturen des Waldes auf Fotos zu markieren. Außerdem können Sie das Projekt und die App gerne im Freundes- und Kollegenkreis weiterempfehlen: Jede Unterstützung hilft, die Datengrundlage für das Waldmonitoring zu verbessern. Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

Folgen Sie uns gerne auch auf Social Media (@meinewaldki auf Instagram & Mastodon), teilen Sie unsere Beiträge und tauschen Sie sich mit anderen App-Nutzer:innen aus.

Ich wohne weit von den Modellregionen entfernt. Kann ich trotzdem Waldfotos machen?

Auch wenn Sie nicht in der Nähe unserer Modellregionen wohnen, sind Ihre Waldfotos für MeineWaldKI wertvoll. In den Modellregionen haben wir zwar detaillierte Erhebungen durchgeführt, um unsere KI-Modelle zu trainieren. Doch um ein flächendeckendes bzw. deutschlandweites Bild zu erhalten, brauchen wir Fotos aus möglichst vielen verschiedenen Wäldern. Egal, ob Mischwald, Nadelwald oder Stadtwald – jede Aufnahme hilft, die KI-Modelle weiter zu verbessern und Veränderungen im Wald festzuhalten.

Was kann ich mit der MeineWaldKI-App machen?

Mit der MeineWaldKI-App leisten Sie einen aktiven Beitrag zur Forschung, ganz einfach per Smartphone. Nach einer kurzen Anleitung können Sie Fotos von Wäldern aufnehmen und direkt an unser Team übermitteln. Ihre Aufnahmen helfen dabei, unsere KI-Modelle auf die Erkennung von Waldstrukturen zu trainieren. Perspektivisch können dadurch wissenschaftliche Erkenntnisse zu Veränderungen in den von Ihnen besuchten Wäldern gewonnen werden.

In Zukunft möchten wir Ihnen direkt in der App KI-basierte, detaillierte Informationen zu Ihrem fotografierten Waldausschnitt bereitstellen, z. B. zu Baumarten, Waldstrukturen oder ökologischen Besonderheiten. Außerdem vermittelt die App leicht verständliches Grundlagenwissen über Wälder.

Wie geht es dem Wald in Deutschland aktuell?

Unsere Wälder unterliegen starken Veränderungen. Zum einen durch den Klimawandel und damit einhergehende Störungsereignissen wie Stürme, Trockenheit oder Insektenkalamitäten. Zum anderen aber auch durch den Waldumbau hin zu strukturreicheren, naturnäheren und klimastabileren Mischwäldern. Viele Menschen bemerken Veränderungen im Wald – es ist aber nicht immer leicht, diese einzuordnen oder die Prozesse dahinter zu verstehen. Perspektivisch soll MeineWaldKI hierzu einen Beitrag leisten und Informationen zu Waldstrukturen und -veränderungen vermitteln.

Auskunft über den aktuellen Zustand von Bäumen und Wäldern geben die jährlich veröffentlichten Waldzustandsberichte. Diese finden Sie z. B. auf der Seite des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.

Wann und wo kann ich die MeineWaldKI-App herunterladen?

Eine erste Version der Android-App wird aktuell direkt an interessierte Nutzer:innen verteilt, die das Projekt mit Tests und wertvollem Feedback unterstützen können. Nach der Testphase ist die Veröffentlichung über den Google Play Store geplant. Über unseren Newsletter und via Social Media informieren wir Sie über alle Entwicklungen zur App.

Warum gibt mir die App kein Feedback zu meinen Waldfotos?

Unsere App ist in der Entwicklung und wird ständig weiterentwickelt. Die erste Version der App ist in ihren Funktionen begrenzt. Das betrifft auch die Funktion, Informationen zum eigenen fotografierten Waldausschnitt zu bekommen. Im Laufe der Zeit werden wir immer wieder neue Funktionen ergänzen. So können wir auf Ihre Wünsche eingehen. Seien Sie gern von Anfang an dabei und gestalten Sie die App aktiv mit!

Was ist „Citizen Science“?

Der Begriff „Citizen Science“ wird oft mit „Bürgerforschung“ übersetzt. Darunter versteht man die aktive Beteiligung von Menschen an Forschung in einem Wissenschaftsbereich, in dem sie nicht hauptberuflich tätig sind. Es geht also gezielt darum, Menschen die Möglichkeit zu bieten, an etwas zu forschen ohne über viel Wissen zu diesem Thema verfügen zu müssen.

Ob es dabei um menschliche Gesundheit, Mückenvorkommen oder um den Zustand von Wäldern geht, ist egal – Neugierde genügt, um als Citizen Scientist mitzuforschen! Die Beteiligung an Citizen Science Projekten kann ganz unterschiedlich aussehen – z. B. kann man kurz und einmalig Daten erheben, es ist aber auch möglich, deutlich mehr Freizeit damit zu verbringen, wissenschaftliche Forschung zu unterstützen. Beispielsweise könnte man sich an komplexeren Analysen beteiligen oder sogar wissenschaftliche Publikationen mit bearbeiten.

Bei MeineWaldKI können Sie in erster Linie mit uns zusammen Daten zum Zustand der Wälder sammeln. Später wollen wir Ihnen aber auch die Möglichkeit bieten, das Projekt aktiv mitzugestalten und eigenständige kleine Analysen zum Zustand von Wäldern durchzuführen.

Ich habe eine Frage/Anmerkung, an wen kann ich mich wenden?

Wir freuen uns über Anmerkungen zu unserem Projekt! Wir sind per E-Mail unter meinewaldki@hs-anhalt.de, telefonisch unter der 03471 355 1280 oder über Social Media (@meinewaldki) erreichbar.

Wie kann ich mich über das Projekt auf dem Laufenden halten?

Informationen zum Projekt werden auf unserer Website www.meinewaldki.de bekannt gegeben. Durch die Anmeldung zu unserem Newsletter werden Sie automatisch über alle Entwicklungen zur App oder sonstige Neuigkeiten informiert. Wir sind auch auf Instagram aktiv (@meinewaldki) und teilen dort Einblicke in unsere Arbeit.